Ulmensterben

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Ulmen

 

 

Die Bestände der Feld-Ulme sowie die der Berg-Ulme wurden in der Vergangenheit stark durch eine Krankheit, das s.g. Ulmensterben in Mitleidenschaft gezogen. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion durch den Schlauchpilz Ophiostoma ulmi, die um 1929 in den Niederlanden zum ersten Mal beobachtet wurde. Es erfolgte eine schnelle epidemische Ausbreitung in Europa und Westasien der ein großer Teil der Bestände zum Opfer fielen.

Nach einem ersten Abklingen der Epidemie in den vierziger Jahren tritt in den sechziger Jahren eine neue aggressivere Variante des Pilzes mit dem Namen Ophiostoma novo-ulmi auf. Diese zweite Befallswelle wirkt sich noch wesentlich dramatischer auf die Bestände aus als die Erste. In einigen Ländern wird ein Großteil des Bestandes vernichtet.

 

 
 

Stockausschläge nach Ulmensterben führen zu einer charakteristischen, gebüschartigen Formation bei Ulmus minor

Der Pilz wird vornehmlich durch den Fraß von Ulmensplintkäfern übertragen. Dabei handelt es sich um Käfer aus der Familie der Borkenkäfer (Scolytidae), die in Europa in vier Arten auftreten. Die häufigsten beiden Arten sind Scolytus scolytus und S. multistriatus (Großer- und Kleiner-Ulmensplintkäfer). Beide Arten sind bivoltin und die Flugzeiten der Generationen können sich überschneiden, so dass über die gesamte Vegetationsperiode mit Infektionen zu rechnen ist. Die Infektion findet folgendermaßen statt: Stammen die Käfer aus einem mit dem Ulmensterben infiziertem Brutbaum tragen sie die Pilzsporen auf ihrer Körperoberfläche. Auf bis zu 10 km weiten Ausbreitungsflügen suchen sie nach neuen Ulmen zur Brut. Dabei werden Bäume von einem Stammdurchmesser ab 10 cm Brusthöhendurchmesser (BHD) bevorzugt. An den Ulmen führen sie einen Reifefraß im Kronenbereich an den Basen von Blattstielen oder den Achseln junger Zweige durch. Dabei wird der Baum mit den Sporen infiziert. Eine weitere Infektionsmöglichkeit von Baum zu Baum sind Verwachsungen an den Wurzeln. Dies kann bei der Feld-Ulme, die häufig in dichten aus Wurzelbrut entstandenen Gebüschen wächst, häufiger auftreten.

Die Ulmenkrankheit ist bis heute in Europa verbreitet. Man geht von einem wellenförmigen Verlauf auf niedrigem Niveau aus, in dem sich der Wirt, der Erreger und der Vektor gegenseitig beeinflussen.

Trotz intensiver Forschung konnten bis heute keine praktikablen Möglichkeiten gefunden werden das Ulmensterben zu stoppen. Es konnten vereinzelt Klone von Ulmenarten mit einer erhöhten Resistenz gezüchtet werden, jedoch ist die genetische Diversität der Klone zu gering, um einen praktischen Anbau im Wald durchzuführen.